Architekturvermittlung

Architekturvermittlung ist wie Mülltrennung: Jede/r weiß, dass im Endeffekt alles wieder auf einem Haufen landet, aber man möchte trotzdem seinen Beitrag leisten.
Auch wenn wir das Einfamilienhaus an sich und den damit einhergehenden Wildwuchs nicht unterstützen wollen, so ist doch der Wunsch der ÖsterreicherInnen nach dem eigenen „Häusl“ so groß, dass es uns unerlässlich scheint, auch auf diesem Gebiet vermittelnd tätig zu sein. Zusätzlich zeigt uns die Erfahrung, dass die Identifikation der AusflüglerInnen mit diesen Bauten überaus groß ist. Jeder Einzelne hat persönliche
Erfahrungen mit dem Wohnen und damit die Möglichkeit, Vergleiche zu ziehen und seine/ihre Meinung einzubringen. Diese Stärkung der Eigenkompetenz der BauherrInnen ist wesentlich für unsere Fahrten.
Ganz allgemein gesagt, stehen unsere Besichtigungsfahrten unter dem Motto: „Was ist Qualität?“ Über den rein formalen Aspekt hinausgehend, greifen wir Themen auf, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Bauen stehen und anhand der besichtigten Objekte veranschaulicht werden. Je nach besichtigtem Haus geht es um Fragen wie Baukosten, Energiekonzepte, Barrierefreiheit, Mitbestimmung, Außenbezug etc., um zu ergründen, was hinter der besonderen Form steckt, welche Gründe von Bedeutung waren, welche Entwicklungsgeschichte das Projekt hat und welche Vorteile sich daraus ergeben. Denn es ist immer noch zu leicht, qualitativ hochwertige Bauten über polemisierende Bezeichnungen wie Blechschachtel oder Betonbunker ins Out zu bringen. Wesentlicher Ansprechpartner für unsere Arbeit als DolmetscherInnen sind hier die Medien, und vor allem die lokale Presse. Nicht nur weil uns die Bewerbung über die verschiedenen Zeitungen einen direkteren und breiteren Zugang zu unseren KundInnen ermöglicht, sondern auch weil uns die Auseinandersetzung mit den Medien immer wieder vor die Aufgabe stellt, unseren eigenen Fachjargon zu überprüfen und eine allgemein gültige Sprache zu finden.