Architekturvermittlung

Der Rückblick auf die letzten 20 Jahre zeigt Kärnten als architektonisches Schlusslicht in der österreichweiten Wahrnehmung.

Kärntner ArchitektInnen konnten einen seriösen Reifeprozess bestenfalls über außerhalb des Landes liegende Büros und Bauvorhaben erreichen. Wettbewerbe waren weitgehend unbekannt, Architekturvermittlung nicht benötigt. In Fachkreisen wurde der Packsattel polemisch als steiles Architekturgefälle zur Steiermark und Restösterreich bezeichnet.

Dieser Zustand konnte durch Maßnahmen wie die Eröffnung eines Hauses der Architektur in Klagenfurt, die Gründung einer Fachhochschule für Bauingenieurwesen und Architektur in Spittal an der Drau, die Durchführung einer großen Anzahl von Wettbewerben und Vermittlung von Architektur über eine Fülle von Fachpublikationen und einschlägigen Aktivitäten in kurzer Zeit verbessert werden.

Heute kann man sich über einen Mangel an gesellschaftlicher Architekturdiskussion nicht beklagen. Die Seriosität lässt vielleicht noch zu wünschen übrig. Wirklich wichtige und große Bauvorhaben werden in den meisten Fällen noch immer ohne architektonischen Anspruch realisiert. Investoren und Baulobby geben im Wesentlichen die Linie vor. Da besteht noch viel Handlungsbedarf, es gibt also noch genug zu tun.