Architekturvermittlung

„Das Land gibt es nicht mehr, es gibt unterschiedliche Arten von Land.“ Die Sichtweise des Kabarettisten Josef Hader, die er im Rahmen eines LandLuft-Projektes kommunizierte, bringt die Veränderungen des Raumes „außerhalb von Ballungszentren“ in der jüngeren Vergangenheit auf den Punkt. Das Land als Gegenmodell zur Stadt gibt es nicht mehr. Sowohl im urbanen als auch im ländlichen Bereich ist der Lebensraum mittlerweile in eine Vielzahl an unterschiedlichen Orten und Themen aufgesplittert, die ganz bestimmten Lebensinteressen Platz bieten.

Das Realisieren von zukunftsorientierten Projekten ist eng an Fragen ihrer Vermittelbarkeit geknüpft. Anspruchsvolle Bauten fordern eine intelligente Kommunikation im Vorfeld. Aus der Beschäftigung mit dem „Land“ und einer Ausstellung von wichtigen
baukulturellen Impulsen ist im Jahr 1999 LandLuft hervorgegangen. Es war die Absicht, vor allem die junge Generation in den Planungsdisziplinen anzusprechen. Immerhin kommt mehr als die Hälfte der Studierenden der Architektur aus ländlichen Gemeinden. Und etliche von ihnen beabsichtigen, dort auch berufstätig zu werden. LandLuft regte zu einer frischen Auseinandersetzung mit Planen und Bauen außerhalb der Ballungszentren an. Das dabei entstandene Netzwerk von ExpertInnen arbeitet heute als Wegbereiter für qualitätvolle Architektur im Bereich außerhalb der Ballungszentren und macht Mut, dort Impulse zu setzen.

Ein spezielles Kommunikationsbudget soll in Zukunft von der öffentlichen Hand bei Projektbeginn mitkalkuliert werden. Die Einbindung von Bevölkerung, Initiativen, Politik, Verwaltung und Wirtschaft in den Planungsprozess macht sich bezahlt und entschärft potenzielle Konflikte in der entscheidenden Phase – im Vorfeld von Projekten.