Architekturvermittlung

Der Diskurs über Architektur und Stadtplanung hat in Salzburg Tradition. Ohne die heftige Debatte um Grünland- und Altstadtschutz in den 1970er und 1980er Jahren hätten Architekturreform und Gestaltungsbeiräte nicht Fuß fassen können. Zwar sind heute diese Diskussionen wieder aufgeflammt, jedoch lässt die Stadt wenig Interesse und sogar eine gewisse Verweigerung einer Auseinandersetzung mit diesen Themen erkennen.

Vor allem darin liegt der Grund, warum die Förderung der Anliegen einer unabhängigen Architekturvermittlung – wie sie seit 1993 von der Initiative Architektur betrieben wird – sowohl finanziell als auch ideell auf niedrigstem Niveau gehalten wird. Nichtsdestotrotz greift die Initiative Architektur als einzige Institution umstrittene Themen auf. Licht ins Dunkel brachte die Ausstellung zur fragwürdigen „Vergabe des Umbaus Kleines Festspielhaus“, und das Symposium „alt_stadt_neu“ lieferte internationale Sichtweisen für zeitgemäßes Bauen in der Altstadt.

In den Kulturleitbildern der Stadt und des Landes Salzburg ist das Thema Architektur kaum zu finden; seitens des Landes stößt jedoch die Architekturförderung auf größeres politisches Interesse. Der Architekturpreis des Landes, alle zwei Jahre von der Initiative
Architektur betreut, beweist, dass sich die Baukultur im Land zusehends bessert und lokale Entscheidungsträger durch Wanderausstellungen und Diskussionsrunden erreicht werden können. Die höchste Politik jedoch ließ Mitte Mai 2006 die „Marke Salzburg“ kreieren – natürlich ohne Architektur als Teil derselben.