Von der Wohnbauförderung zur Baukulturförderung

TotalunternehmerInnen – Bauträgerwettbewerb
TotalunternehmerInnen–Wettbewerb

eine klare sache? viel sicherheit für auslobende? keine bösen überraschungen im zuge der durchführung? keinesfalls! gerade die entwicklungen rund um das klagenfurter stadion zeigen, dass diese verfahren nicht einmal den vorteil der einfachsten und schnellsten umsetzung aufweisen. die jurierung eines kombinationsangebotes aus planung und aus-
führung birgt zumeist die problematik der unvergleichbarkeit und die gefahr der beeinspruchung. was bleibt, ist die unsinnige, selbstgewählte beschränkung auf die auswahl eines kompromissangebotes – einer kombination aus planung und ausführung. architektInnen als auftragnehmerInnen einer baufirma ist eine absurde kombination, wo falsche prioritäten und fehlende kontrolle dominieren.

bauträgerwettbewerb
im wiener geförderten wohnbau ist er das standardverfahren – obwohl unvereinbar mit der einstimmig von allen gemeinderatsfraktionen beschlossenen baukulturdeklaration. nur planerInnen, die das vertrauen eines bauträgers haben, können überhaupt teilnehmen. eine vorauswahl, die vielfalt, junge ideen und experimente ganz klar erschwert! als auswahlverfahren unter aufhebung der anonymität wird die objektive bewertung vor allem dadurch erschwert, dass sich die handelnden akteure im stark eingeschränkten kreis von teilnehmerInnen und jurorInnen immer wieder gegenüberstehen. dieses verfahren darüber hinaus ohne ausschüttung jeglicher preisgelder oder teilnahmevergütungen durchzuführen, ist unakzeptabel und leider nur aufgrund der miserablen marktsituation möglich.


• die nachteile beider verfahren
die beste architektur in kombination mit der besten baufirma oder dem besten bauträger ist bei beiden verfahren ein glücklicher, jedoch durch die ausloberInnen nicht zu beeinflussender zufall! die beste architektur ist chancenlos, wenn das beauftragende bauunternehmen bzw. der beauftragende bauträger nicht gut genug sind ...

fazit
zur erlangung optimaler baukultureller qualität muss die jurierung der besten architektonischen lösung priorität haben. erst im anschluss ist die optimale umsetzung zu vergeben. jegliche vermischung ist kontraproduktiv und insbesonders bei verwendung von öffentlichen mitteln strikt abzulehnen.