Von der Wohnbauförderung zur Baukulturförderung

Qualitätswettbewerb im Wiener Wohnbau –
Bauträgerwettbewerb und Grundstücksbeirat

Das Modell der Bauträgerwettbewerbe existiert in Wien seit 1995 – mit dem Ziel, im geförderten Wohnbau eine höhere architektonische Qualität, höhere ökologische Standards bei gleichzeitig geringeren Kosten (Baukosten, Kosten der Förderung, Kosten der WohnungsnutzerInnen) zu erreichen und die Transparenz der Vergabe von Liegenschaften und Förderungsmitteln sicherzustellen. Es wurde der Weg beschritten, höhere Standards nicht nur durch Ordnungspolitik, etwa den Regeln der Bauordnung und des Wohnbauförderungsrechts, sondern durch einen Qualitätswettbewerb zu erreichen.

Von einer interdisziplinär besetzten Jury werden die Beiträge der Teams (Bauträger, ArchitektInnen, LandschaftsplanerInnen) aufgrund der Kriterien Architektur, Ökologie, Ökonomie beurteilt und es wird ein Siegerprojekt ausgewählt, das in der Folge auf der ausgelobten Liegenschaft mit Wohnbauförderungsmitteln durch das siegreiche Team realisiert wird.


Parallel zu den Bauträgerwettbewerben werden seit Herbst 1995 auch alle übrigen geförderten Wohnbauvorhaben (ausgenommen Eigenheime, Kleingartenwohnhäuser und Dachgeschoßwohnungen für den Eigenbedarf) vom damals neu geschaffenen Grundstücksbeirat beurteilt und entweder zur Förderung empfohlen, abgelehnt oder zur Verbesserung der Qualitäten zurückgestellt. Der Grundstücksbeirat ist wie die Bauträgerwettbewerbsjury interdisziplinär besetzt und bewertet nach den gleichen Kriterien in monatlichen Sitzungen.